Es tobt die COVID-19-Pandemie und die Krematorien arbeiten im Akkord – um Ansteckungen zu verhindern besteht keine Möglichkeit für Angehörige, ein letztes Mal Abschied von den aufgebahrten Verstorbenen zu nehmen. Noch einmal den Knopf drücken, der die Flammen in den Krematoriumsöfen entfacht und die Särge einfahren lässt – dann wartet der Ruhestand auf Res, der viele Jahre als Friedhofsgärtner und im Krematorium gearbeitet hat. Gerade jene Leichen, die wegen der Pandemie nach Feststellung des Hirntodes sofort kremiert werden müssen, scheinen durch „Schreie“ Res in den letzten Sekunden ihre tiefsten Geheimnisse anzuvertrauen. So folgt er schließlich den Signalen, die er glaubt, über ein letztes Mal durch Elektrizität aktivierte Hirnströme von den Verstorbenen empfangen zu haben, ergänzt durch die bei der Abdankungsfeier verlesenen Lebensläufe. Dabei gerät er ins Visier der Staatsanwaltschaft und wird zu einem Verdächtigen in einem Mordfall, bevor er Einblicke in dunkle Familiengeheimnisse hochrangiger Schweizer Familien erhält. Frustriert von der Behandlung durch die Staatsanwaltschaft versucht er sein Wissen, das er nicht rational begründen kann, einzusetzen, um Personen aus der „guten“ Gesellschaft ebenfalls zu belasten. Als inzwischen trockener Alkoholiker wird er zudem mit den Scherben seiner eigenen Familiengeschichte konfrontiert. Dabei wäre es doch eigentlich nur sein sehnlichster Traum, seinen Lebensabend ruhig in Thailand zu verbringen. Eine spannende Geschichte mit unerwarteten Wendungen, die zeigt, dass auch lange gehütete Geheimnisse selbst nach dem Tod der Geheimnisträger ans Tageslicht geraten können.
Andrea Keller hat viele Jahr in Basel gelebt und kennt aus dieser Zeit das basel-städtische Krematorium und den sehr grossen Friedhof „Hörnli“. Während der späteren beruflichen Tätigkeit erfolgten Erfahrungen in der Tranplantationsmedizin, aus denen sich während der Covid Pandemie wegen der üblicherweise schnellen Kremation der an Covid Verstorbenen die Idee zu diesem Buch entwickelte. Andrea Keller ist seit der Pensionierung häufig auf Reisen, dazwischen jedoch meist im Tessin und geniesst die Aussicht von der Terasse auf den See.