Bei einem unfreiwilligen Aufenthalt in einer Kleinstadt fallen einem Besucher besondere Namenshäufungen auf einem Friedhof und ungewöhnliche Standbilder auf. Welchem ominösen Grafen wurde hier vor noch gar nicht so langer Zeit ein Denkmal gesetzt? Und wer ist die geheimnisvolle Frau mit den Wölfen, die die zentrale Figur des Dorfbrunnens bildet? Ein alter Mann im Rollstuhl lädt ihn mit halb chronistischen und halb ausphantasierten Erinnerungen dazu ein, tief in die 250-jährige wechselvolle Geschichte des Tales und seiner Bewohner einzutauchen. Sonntag, 19. November 1758, später Nachmittag. Mühsam plagten sich die vier Pferde mit der Kutsche den verschneiten Weg entlang zur Passhöhe, fast ein halber Meter Schnee, dazu eisiger Wind. Nicht üblich für den November, möchte man meinen, aber zu dieser Zeit konnte das auch schon im Oktober passieren, genauso konnte es sein, dass es im Dezember oder Jänner keinen Schnee gab. (…) Die Raststation und das Gasthaus kamen in Sicht, die Stallmannschaft staunte nicht schlecht, als der weiße Haufen beim Hoftor ankam. (…) „Was macht ihr bei diesem Sauwetter hier? Könnt froh sein, dass noch keine Lawine den Weg verschüttet hat. (…) Stellt die Kutsche in den Innenhof, die Pferde in den Stall und die Leute ab in das Haus. Wir kümmern uns um die Pferde.“
Josef Fleiß wurde 1955 als letztes von fünf Kindern auf einem Bergbauernhof in Goldegg geboren. Nach einer Maurerlehre und dem Besuch einer technischen Fachschule arbeitete er fast vierzig Jahre im Straßen- und Tiefbau. Dort war er mit Aufgaben der Bautechnik und der Bauleitung betraut. Er hat langjährige Erfahrung mit eigener Land- und Forstwirtschaft und lebt auch seit seiner Pensionierung als Hobby-Landwirt weiterhin auf dem Bergbauernhof. Daneben ist er gern Weltreisender und legt mit „Die Grafen vom Wilden Tal“ sein erstes Buch vor, das von seiner besonderen Sicht auf die österreichische Berglandschaft mit ihrer Veränderbarkeit und ihren Bewirtschaftungsmöglichkeiten geprägt ist.